Wir Waldwichtel lieben die kleinen, sich täglich wiederholenden Rituale in der Adventszeit: Jeden Morgen hören wir nun eine Geschichte vom „Kleinen Engel“, der den Auftrag hat, alle, denen er auf der Erde begegnet, zum Geburtstagsfest im Stall einzuladen. Da gab es den Esel, einen kleinen Hirten, einen Hase, St. Nikolaus, den Teddybär, die Puppe und einige mehr. Und allesamt folgen sie nun, dem hellsten Stern am Himmel, der sie zum Stall führt, wo das kleine Kind geboren werden soll.
Jeden Tag klebten wir einen weiteren Stern an unsere Bauwagenfenster. Besonders schön und spannend, waren die „goldenen Nüsse“: Jedes Kind bekam, ganz vorsichtig, eine goldene Nuss in die Handfläche gelegt. Wir versuchten die Hände ganz still zu halten. Und wenn jeder Waldwichtel eine Nuss in den Händen hielt, durften wir sie schütteln.
In diesem Jahr fiel der Nikolaus Tag auf einen Samstag und so haben wir kurzerhand mit dem Nikolaus telefoniert, um nachzufragen, ob er uns vielleicht auch erst am Montag im Nächstenwald besuchen könnte, Leider war dies nicht möglich und so gaben wir ihm weiter, wo wir unsere Socken für ihn bereit hängen würden und wo er den Sack für uns deponieren könnte. Alles hat wunderbar funktioniert. Als wir am Montag voller Spannung zum Kindergarten kamen, waren die Socken verschwunden und der Sack lag, wie erhofft, am Niederseilparcours unter der Sitzbank bereit.
In jeder Socke fanden wir eine Mandarine, Walnüsse und etwas Schokolade.Toll!
Im Dezember wurden unsere beiden Bauwagen, wie in jedem Jahr, auch wieder zur „Weihnachtswerkstatt“. Der Tag war sehr kalt und neblig und so waren wir froh, im Warmen arbeiten zu können. Drei Objekte standen im Vorfeld zur Wahl und jeder Waldwichtel musste sich, auch wenn's ein bisschen schwer fiel, für ein Angebot entscheiden: Engel, Kerze oder Fliegenpilz Aufhänger? Und so wurde dann ganz eifrig gepinselt, abgeschliffen, Draht geformt, geklebt und gebohrt. Zum Ende des Kindergartentages hatte jedes Kind seine Weihnachtsbastelei fertiggestellt und konnte sie stolz nach Hause transportieren. Auf den Fotos könnt ihr sehen, was dabei Tolles entstanden ist.
Vielleicht fragen sich manche von euch, was Waldkindergärten im Winter so machen können? Zum Beispiel Äpfel im Feuer braten - also Bratäpfel zubereiten. Und so hat sich Helen mit Samuel und Johann, an einem Dezembermorgen, auf den Weg zum Gemüseladen gemacht und 20 kleine, rote Äpfel besorgt. Sie wurden entkernt und mit einer Füllung aus geriebenen Haselnüssen, zerkleinerten Haselnüssen, Honig, Zimt und etwas Milch, gefüllt. In Alufolio gewickelt, haben wir sie für etwa 15 Minuten in der Glut gebraten und nebenher noch eine Vanillesoße auf dem offenen Feuer zubereitet. Für viele Waldwichtel war es der erste Bratapfel ihres Lebens. Einigen schmeckte er lecker, manchen weniger, aber die Vanillesoße fand bei ziemlich allen großen Anklang. Bratapfel hin oder her, ein Feuer machen ist immer toll und wärmt an kalten Wintertagen.
Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien fand dann unsere Weihnachtsfeier statt. Bevor die Eltern, Geschwister und Großeltern um 12 Uhr zum „Stall von Bethlehem“ am Alten Rabenplatz kamen, waren wir noch im Wald unterwegs, um den Vögeln und Eichhörnchen eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten: Ein Vogelhaus mit reichlich Sonnenblumenkernen und jede Menge Walnüsse von unserer Walnussernte im Oktober.
Hannes, ein ehemaliger Waldwichtel, spielte zur Einstimmung auf der Gitarre „Ihr Kinderlein kommet“ und dann begann das kleine Vorspiel der sieben großen Bärenkinder: Maria (Nea) und Josef (Lia), die mit ihrem Esel (Cleo), nach vielen Tagen der Wanderung endlich in Bethlehem ankamen, wo ein kleiner Hirte (Mati) eine große Schafherde (von den kleineren Waldwichteln, zuhause vorbereitet).Wo sie vergeblich nach einer Unterkunft fragten und schließlich im Stall von Wirtin Sara (Luise) , wo Ochse Remus (Oskar) und kleine Mäuse (Elfi, Johann, Mati) wohnten, Unterschlupf fanden.
Endlich hatte die lange Wanderung ein Ende gefunden und in fünf Tagen würde das kleine Kind im Stall zur Welt kommen.